Bei Ihrem Kind besteht eine grössere Gefahr, dass im Zusammenhang mit einer Infektion Komplikationen auftreten, vor allem bei Virusinfektionen.

Wenn es beispielsweise eine Erkältung hat, wie einen Schnupfen, dann hat es ein grösseres Risiko, in weiterer Folge eine Lungenentzündung (Pneumonie) oder eine Ohrenentzündung (Otitis) zu entwickeln.

Dieses Risiko ist unmittelbar nach der Transplantation am grössten und nimmt mit der Zeit ab.
 

Es gibt zahlreiche Komplikationen, die während und nach einer Lebertransplantation auftreten können. Es handelt sich dabei um chirurgische oder medizinische Komplikationen.

Chirurgische Komplikationen

Trotz aller Vorsichtsmassnahmen sind die folgenden Komplikationen am häufigsten und treten bei 5 bis 10 % der transplantierten Kinder auf. In den anderen Referenzzentren weltweit werden dieselben Zahlen verzeichnet.

  • Jeder chirurgische Eingriff kann zu einer Blutung führen.Ein Kind, das eine neue Leber bekommt, benötigt sehr oft eine Bluttransfusion.
  • Mit der Lebertransplantation stehen auch andere Komplikationen in direktem Zusammenhang:
     
    • Thrombosen (Blutgerinnsel) in den genähten Gefässen. Bei einer Thrombose in der Pfortader oder der Leberarterie ist oft eine eine neue Operation nötig.
    • Gallenleck: Dieses wird durch das Legen einer Drainage behandelt.
    • Bei einer Verengung der Gallengänge ist oft eine Behandlung durch einen interventionellen Radiologen und das Legen einer Drainage in den Gallengängen erforderlich.

Es gibt noch andere chirurgische Komplikationen, die jedoch seltener sind.

Medizinische Komplikationen

Die medizinischen Komplikationen können in drei Kategorien eingeteilt werden:

  • Infektionen (zumeist Virusinfektionen)
  • Abstossungsreaktion
  • Die Nebenwirkungen der nach der Transplantation unbedingt erforderlichen Medikamente können die anderen Organe angreifen 

Ihr Kind wird sehr genau überwacht (siehe die Frage „Überwachung nach der Transplantation“) um schnell reagieren und die Komplikationen mittels einer Anpassung der Behandlung behandeln zu können.

Schliesslich können Komplikationen in sehr seltenen Fällen leider auch zum Tod führen. Daher wird eine Lebertransplantation nur nach sorgfältiger Überlegung der Eltern und unseres Teams vorgeschlagen.
Gemeinsam werden Nutzen und Risiken der Transplantation sorgfältig abgewogen. Eine Transplantation wird vorgeschlagen, wenn eine der beiden folgenden Situationen vorliegt:

  • Wenn das Sterberisiko mit der eigenen Leber grösser ist als die mit einer Transplantation verbundenen Risiken.
  • Wenn die Lebensqualität oder die Entwicklung des Kindes stark eingeschränkt ist. 

 

Ja, vor allem während der ersten drei Monate.

Dieses Risiko bleibt lebenslang bestehen.

Fast alle jungen Transplantationspatienten sind mindestens einmal von einer Abstossreaktion betroffen.
 

Der Organismus Ihres Kindes kann das Transplantat als Fremdkörper betrachten und versuchen, dieses zu bekämpfen.

Das bedeutet nicht unbedingt, dass die Transplantation gescheitert ist.

Medikamente zur Verhinderung der Abstossungsreaktionen wie Prograf®, Cellcept® oder Neoral® verringern die Aktivität des Immunsystems Ihres Kindes und helfen eine Abstossung zu verhindern.

Je früher die Abstossungsreaktion erkannt wird, desto einfacher ist die Behandlung.
 

Wegen der möglichen schweren Komplikationen.

Das CMV kann Auswirkungen auf mehrere Organe haben und eine Abstossung verursachen.

Das EBV kann in sehr seltenen Fällen zu einem lymphoproliferativen Syndrom (PTLD), der Vorstufe eines Lymphoms (Frühstadium) führen.

Und der Verursacher der Windpocken, das Varicella-Zoster-Virus, kann bei einem Kind, das vor der Transplantation keine Immunität entwickelt hat, zu zahlreichen Komplikationen führen.

Die Besonderheit dieser drei Viren ist, dass sie inaktiv in den Zellen bleiben und später wieder in Erscheinung treten, was die Behandlung schwierig macht.

Im Zweifelsfall zögern Sie nicht, unser Zentrum zu kontaktieren.